Thomas Gottschalk wird Juror in RTL-Show "Supertalent"
AFP - 22.06.2012

Nach seinem Aus im Vorabendprogramm der ARD wechselt Thomas Gottschalk überraschend zum privaten Konkurrenten RTL: Der 62-jährige wird an der Seite von Dieter Bohlen neuer Juror in der RTL-Castingshow "Das Supertalent", wie der Privatsender in Köln entsprechende Medienberichte bestätigte. Die nächste Staffel von "Das Supertalent" läuft ab dem Herbst.
Gottschalk hatte bis Ende letzten Jahres im ZDF die Familienshow "Wetten, dass..?" moderiert und war dadurch zur Moderatoren-Legende geworden. Doch nach seinem Wechsel zur ARD erlitt er in der Zuschauergunst Schiffbruch: Häufig weniger als eine Million Menschen schalteten am Vorabend bei der vier Mal die Woche ausgestrahlten Sendung "Gottschalk live" ein, die Quotenvorgaben der ARD erfüllte er nicht mal zur Hälfte.
Seinen Wechsel zu RTL begründete Gottschalk in der RTL-Presseerklärung mit den Worten, er habe "gemerkt, dass das Publikum mich auf der großen Showbühne sehen will - und genau die hat mir RTL angeboten. 'Das Supertalent' ist derzeit die erfolgreichste Showreihe im deutschen Fernsehen."
Nach dem Aus von "Gottschalk live" wollte die ARD eigentlich gemeinsam mit dem Moderator nach einer neuen Show für ihn suchen. ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte, zwar sei Gottschalk nicht mehr exklusiv an die ARD gebunden gewesen. "Wir hatten uns aber mit ihm verabredet, über gemeinsame Projekte nachzudenken. Konkrete Pläne gibt es allerdings nicht." Zuletzt hatte die ARD-Vorsitzende Monika Piehl am Donnerstag die "Gottschalk live"-Produktionsfirma für das Scheitern der Show verantwortlich gemacht - diese produziert auch "Das Supertalent".
Laut RTL soll das Sendekonzept dieser Casting-Show, deren bekanntester Gewinner der Mundharmonika-Spieler Michael Hirte ist, konzeptionell und dramaturgisch völlig umgekrempelt werden. In diesem Zusammenhang scheiden demnach die bisherigen Jurorinnen Sylvie van der Vaart und Motsie Mabuse aus, sie sollen aber für den Sender tätig bleiben. Wie die RTL-Sprecherin sagte, soll Gottschalk und Bohlen eine Frau als dritte Jurorin zur Seite gesetzt werden. Deren Namen solle bald bekannt gegeben werden.
Gottschalk erklärte, er freue sich auch auf Bohlen, "denn zwischen uns sind schon immer die Funken geflogen". Als Gottschalk noch beim ZDF "Wetten, dass..?" moderierte, hatten sich er und der auch mit "Deutschland sucht den Superstar" erfolgreiche Bohlen wiederholt einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Auch wegen Bohlens Sendung musste "Wetten, dass..?" abnehmende Quoten hinnehmen.
Bohlen gab zur Verpflichtung Gottschalks zunächst kein Statement ab. Nach Angaben der RTL-Sprecherin war er aber in die Entscheidung eingebunden. RTL sei am Freitag von der Veröffentlichung der Gottschalk-Verpflichtung durch den Mediendienst dwdl.de überrascht worden und habe den auf Mallorca urlaubenden Bohlen nicht erreichen können.
RTL-Unterhaltungschef Tom Jäger äußerte hohe Erwartungen an das Engagement Gottschalks. "Der Showgigant Thomas Gottschalk, der Poptitan Dieter Bohlen und Deutschlands erfolgreichste Showreihe: eine bessere Kombination ist in der TV-Unterhaltung nicht vorstellbar", erklärte er. RTL erfülle damit das Versprechen der Erneuerung und Weiterentwicklung.