Mutter wegen Mordes an sechsjährigem Sohn angeklagt
AFP - 22.02.2012, 17:32 | Fir d'lescht aktualiséiert: 23.02.2012, 00:03

Wegen des gewaltsamen Todes ihres sechsjährigen Sohns muss sich eine 44-Jährige in Ellwangen vor Gericht verantworten. Viereinhalb Monate nach der Tat begann heute der Prozess gegen die Frau, wie das Gericht bestätigte. Die Angeklagte gab demnach an, aus Überforderung, Wut und Enttäuschung auf ihren Sohn losgegangen zu sein.
Die Frau soll ihr Kind im Oktober vergangenen Jahres in ihrer Wohnung in Aalen angegriffen haben. Sie soll ihren Jungen zunächst gewürgt und ihn anschließend mit mindestens 30 Messerstichen malträtiert haben. Die Attacke habe der Junge zunächst überlebt. Fünf Tage nach dem Angriff sei er jedoch aufgrund eines Hirntods im Krankenhaus gestorben. Das Hirnversagen soll eine Folge des Würgeangriffs gewesen sein.
Gegenüber ihrem Verteidiger wie auch gegenüber Gutachtern, Ärzten und Pflegepersonal habe die Angeklagte die Tat schon vor Prozessbeginn eingestanden, sagte die Vorsitzende Richterin, Sabine Roggenbrod, der Nachrichtenagentur AFP. Auch zum Prozessauftakt am Mittwoch habe die 44-Jährige "ausführlich Stellung genommen, soweit sie sich erinnern konnte".
Demnach gab die Angeklagte an, den Angriff auf ihren Sohn in einer Situation der Überforderung begangen zu haben. Wenige Tage vor der Tat sei sie mit ihrer eigenen Mutter in heftigen Streit geraten. Aus Hass, Wut und Enttäuschung, allen voran der eigenen Mutter gegenüber, habe sich die 44-Jährige schließlich zum Selbstmord entschlossen. Ihr Plan sei es dabei gewesen, erst das Kind, dann sich selbst zu töten. Nach dem Übergriff auf ihren Sohn habe sie sich deshalb selbst Stichverletzungen zugefügt.
Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht wird den Angaben zufolge dabei neben der Schuldfrage auch klären, ob die Mutter überhaupt als schuldfähig angesehen werden kann. Möglicherweise schon in der kommenden Woche soll laut Roggenbrod dazu ein Gutachter gehört werden.
