Mindestens 25 Tote bei Zugunglück in Indien
AFP - 22.05.2012, 17:33 | Fir d'lescht aktualiséiert: 23.05.2012, 00:02

Bei einem schweren Zugunglück in Indien sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen und 45 weitere verletzt worden. Nach Angaben eines Bahnsprechers rammte ein Nachtzug am frühen Morgen in einem Bahnhof im südlichen Bundesstaat Andhra Pradesh einen stehenden Güterzug, nachdem der Lokführer offenbar ein Haltesignal missachtet hatte. Bei einem Busunfall in Nordindien kamen zudem mindestens 24 hinduistische Pilger ums Leben.
Laut einem Vertreter des Bahnministeriums in Neu Delhi war der Nachtzug auf dem Weg nach Bangalore, der Hauptstadt des benachbarten Bundesstaates Karnataka, als er im Bahnhof von Penneconda den Güterzug rammte. Drei Waggons entgleisten, in einem Waggon brach ein Feuer aus, das aber rasch wieder gelöscht werden konnte. Die Rettungskräfte mussten Schneidbrenner einsetzen, um eingeschlossene Passagiere zu retten.

Unter den Toten waren nach Bahnangaben auch zwei Kinder. Dagegen überlebte der Lokführer nach Informationen der indischen Nachrichtenagentur PTI das Unglück, war aber nicht bei Bewusstsein. Bahnminister Mukul Roy sagte den Opfern und Hinterbliebenen Entschädigungen zu. Die Bergungsarbeiten seien abgeschlossen und alle Opfer geborgen worden, teilte die Polizei mit. Demnach waren 16 Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.
In Nordindien stürzte ein mit Pilgern besetzter Bus in einen Fluss, nachdem er einen Lastwagen gerammt hatte. Bei dem Unglück nahe der Pilgerstadt Badrinath kamen nach offiziellen Angaben mindestens 24 hinduistische Pilger ums Leben, weitere 24 wurden verletzt. Demnach konnte der Busfahrer rechtzeitig aus dem Bus springen, bevor das Fahrzeug den Abhang hinunterstürzte.
Indien hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation die höchste Zahl der Verkehrstoten weltweit. 2010 starben nach Behördenangaben 135.000 Menschen, das sind 366 pro Tag. Ursachen sind zu hohe Geschwindigkeit, schlechte Straßen und eine rücksichtslose Fahrweise. Auch das Bahnnetz gilt als völlig veraltet. Vielerorts werden die Signale noch per Hand bedient, viele Züge müssten eigentlich erneuert werden. Das schlimmste Zugunglück des Landes ereignete sich 1981: Damals starben rund 800 Menschen, als im Bundesstaat Bihar ein Zug in einen Fluss stürzte.

