Generalversammlung des "Groupe de support psychologique"
RTL - 13.02.2012, 14:39 | Fir d'lescht aktualiséiert: 13.02.2012, 14:50 | 0 Commentaire(n)
Anlässlich ihres 15. Geburtstages erinnert die GSP an die Wichtigkeit der psychologischen Unterstützung bei der Gesamtbetreuung von Menschen in Not.

Dieser runde Geburtstag wird das ganze Jahr über durch verschiedene Aktiviäten und Foren gekrönt.
Lag die Zahl der Einsätze im Jahr 2010 bei 208, so wurde die GSP im Jahr 2011 insgesamt 201 mal angefordert.
In den meisten Fällen (118 an der Zahl) waren jeweils 2 Mitglieder des „Groupe de support psychologique“ zusammen im Einsatz um Betroffene zu betreuen, mit einer durchschnittlichen Einsatzdauer von 2 Stunden bis 3 Stunden.
Während sich in den Monaten Januar und Juni 2011 nur wenige Vorfälle ereigneten zu denen die GSP beantragt wurde, so häuften sich die Einsätze deutlich im Februar, mit insgesamt 35 Einsätzen.
Die Arbeit des „Groupe de support psychologique“ besteht aus der Betreuung von Direktbetroffenen, wie Unverletzte und Zeugen bei Unfällen, oder anderen durch besondere Ereignisse betroffene Personen. Eingesetzt werden die Mitarbeiter der GSP aber auch zur Betreuung von Angehörigen bzw. Betroffenen nach tödlichen Verkehrs- oder Hausunfällen, nach Suizid, nach plötzlichem Säuglingstod sowie nach Gewaltverbrechen.
Die Überbringung einer Todesnachricht in Zusammenarbeit mit der Polizei zählt ebenfalls zu den Aufgaben der GSP.
Psychologische Unterstützung bietet der „Groupe de support psychologique“ aber auch indirekt Betroffenen, wie beispielsweise Familien und Freunde von direkt Betroffenen.
Im Rahmen ihrer Aktivitäten stehen die Mitglieder der GSP auch den Einsatzkräften für Einzelgespräche, Nachbesprechungen mit der Einsatzgruppe und anderen Stressbewältigungs- Techniken nach besonders schwierigen Einsaätzen zur Seite.
Zu beachten ist ebenfalls, dass sich die Tätigkeit der ehrenamtlichen Mitglieder der GSP nicht ausschließlich auf diese Situationen beschränkt, sondern sie intervenieren auch im Rahmen von Großschadenslagen (z.b beim Absturz einer „Luxair“ Maschine im Jahr 2002).
Durch eine Aktivierung der verbleibenden Ressourcen zur Wiederherstellung des psychologischen und sozialen Wohlbefindens tragen die GSP Mitarbeiter dazu bei, nachfolgende Symptome abzuschwächen oder zu vermeiden.
Aus Studien der Universität München geht hervor, dass eine psychologische Krisenintervention einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von psychischen Folgeschäden hat. Diesen psychologischen Beistand sollte allerdings möglichst unmittelbar nach dem Ereignis einsetzen, denn die frühzeitige Intervention macht den Betroffenen wieder handlungsfähig und grenzt die Entstehung von posttraumatischen Belastungsreaktionen ein.
Insgesamt 33 Todesnachrichten wurden letztes Jahr durch die GSP überbracht, 40 Interventionen bei Suiziden und insgesamt 8 Selbsttötungsversuche waren im Jahr 2011 zu verzeichnen. Bezeichnend ist, dass insgesamt 47 Einsätze für die Übermittlung der Todesnachricht bei tödlichem Strassenverkehrsunfall gezählt wurden, im Jahre 2010 lag diese Zahl bei 28.
Der GSP ist ebenfalls Mitglied in der „Suizidpräventionsgruppe“, einer Gruppe aus verschiedenen luxemburgischen Organisationen, die die Problematik Suizid erkannt haben.
Bevor die ehrenamtlichen Mitglieder aber aktiv an der Bereitschaft der GSP teilnehmen können, müssen sie eine Basisausbildung von über 120 Stunden, welche sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckt, vorweisen. Das Ausbildungsprogramm sieht folgende Themen vor: Einführung in die Psychologie, der Stress und seine Folgen, Kommunikationstechniken, das „Debriefing“, die sozialen Strukturen des Landes, die Organisation der Rettungsdienste und Strukturen sowie Basiskenntnisse im Umgang mit Großschadenslagen.
Für ihr Ausbildungsangebot greift die GSP auf qualifizierte Experten aus dem In- und Ausland zurück.
Über die Grundausbildung hinaus erhalten die Mitglieder der GSP eine kontinuierliche Weiterbildung, die ihnen erlaubt ihre Kenntnisse im Bereich der psychosozialen Begleitung zu vertiefen sowie zusätzliche Kenntnisse in neuen Bereichen zu erlangen. Periodische Supervisionen sind Pflicht für alle aktiven Mitglieder.
Die GSP besteht aus über 60 ehrenamtlichen Helfern, Frauen und Männern zwischen 21 und 65 Jahren aus allen Regionen des Landes. Die GSP gewährleistet rund um die Uhr einen landesweiten Bereitschaftsdienst.
Anlässlich des 15ten Geburtstages wurde ein Faltblatt mit Informationen zur GSP erstellt.
Das Prospekt sowie zusätzliche Informationen finden Sie auf unserer Interseite: www.suppsy.lu.
Der Rettungsdienst betrifft uns alle!

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